Ein eigenes Auto nach dem Führerschein, das klingt verlockend. Wer nicht sofort mehrere tausend Franken auf dem Tisch hat, denkt schnell an Leasing. Monatlich eine überschaubare Rate zahlen, ein neues Fahrzeug fahren, kein Kapitaleinsatz auf einen Schlag. Das stimmt soweit, aber Leasing hat auch Tücken, die gerade Fahranfängerinnen und Fahranfänger oft unterschätzen. Bevor du unterschreibst, lohnt es sich, das Kleingedruckte zu verstehen.
Wie funktioniert Leasing in der Schweiz?
Beim Leasing mietest du ein Auto für eine feste Laufzeit, meist 36, 48 oder 60 Monate. Am Ende der Laufzeit gibst du das Fahrzeug zurück oder kaufst es zum Restwert. Du besitzt das Auto nie, du nutzt es. Die monatlichen Raten richten sich nach Fahrzeugpreis, Laufzeit, vereinbarter Kilometerleistung und dem sogenannten Restwert, also dem geschätzten Wert des Autos am Ende des Vertrags. Ein wichtiger Punkt: In der Schweiz schreibt das Gesetz vor, dass der Leasingnehmer mindestens 10 Prozent des Fahrzeugkaufpreises als Anzahlung leisten muss und die Laufzeit maximal 60 Monate betragen darf. Diese Regelung soll Schuldenfallen verhindern, aber sie schützt nur bedingt vor finanziellen Risiken.
Risiken, die Fahranfänger kennen müssen
Gerade für Fahranfängerinnen und Fahranfänger lauern beim Leasing besondere Fallstricke. Erstens: die Vollkaskoversicherung. Sie ist bei Leasing Pflicht und kostet für junge Fahrende oft deutlich mehr als für erfahrene. Bei unter 25-Jährigen können Prämien für Vollkasko schnell 150 bis 300 Franken pro Monat betragen, zusätzlich zur Leasingrate. Zweitens: die Kilometergrenze. Überschreitest du die vereinbarte Jahreskilometerleistung, wird bei Rückgabe jeder Mehrkilometer separat abgerechnet, oft 10 bis 20 Rappen pro Kilometer. Bei 5000 Mehrkilometern werden das schnell 500 bis 1000 Franken extra. Drittens: Kratzer und Dellen. Die Rückgabe des Fahrzeugs wird genau inspiziert. Kleine Schäden, die über normalen Verschleiss hinausgehen, musst du bezahlen. Lasse dich nicht überraschen und dokumentiere den Zustand des Fahrzeugs bei Übergabe sorgfältig.
- Vergleiche immer Gesamtkosten: Rate plus Versicherung plus Treibstoff.
- Plane einen Puffer für Mehrkilometer ein, besonders wenn du viel pendelst.
- Lies den Vertrag komplett durch, insbesondere Klauseln zu Rückgabe und Schäden.
- Frage explizit nach dem effektiven Jahreszins (TAEG), nicht nur der monatlichen Rate.
- Vergleiche Leasing mit einem Gebrauchtwagenkredit, beides hat je nach Situation Vorteile.
Leasen oder kaufen: Was passt zu dir?
Wenn du ein brandneues Auto willst und keine hohe Anfangsinvestition scheust, kann Leasing sinnvoll sein. Wenn du flexibel bleiben oder nach ein paar Jahren wechseln möchtest, ebenfalls. Aber wenn du das Fahrzeug langfristig nutzen und irgendwann ohne monatliche Rate fahren möchtest, ist ein Kauf oft günstiger, weil du am Ende kein Fahrzeug zurückgeben musst, das du nie wirklich besessen hast. Ein praktischer Tipp: Informiere dich zuerst bei deiner Hausbank über einen Fahrzeugkredit und vergleiche den effektiven Jahreszins mit dem Leasingangebot des Händlers. Oft ist der direkte Kredit transparenter und günstiger als er auf den ersten Blick wirkt. Für Fragen rund um die Kosten der Fahrausbildung selbst schau auf unsere Preisseite.
Häufige Fragen
Kann ich als Fahranfänger in der Schweiz problemlos ein Auto leasen?
Grundsätzlich ja, aber du brauchst ein geregeltes Einkommen und eine gute Bonität. Viele Leasinggesellschaften verlangen ausserdem eine Mindestanzahlung von 10 Prozent des Fahrzeugwerts. Junge Fahrende zahlen zudem deutlich höhere Vollkaskoprämien.
Muss ich bei Leasing eine Vollkaskoversicherung abschliessen?
Ja, das ist in der Schweiz beim Leasing immer Pflicht. Die Leasinggesellschaft ist Eigentümerin des Fahrzeugs und will ihren Wert geschützt wissen. Vollkasko kann für junge Fahrende teuer werden, das solltest du bei der Gesamtkosten-Rechnung einplanen.
Was passiert, wenn ich beim Leasing zu viele Kilometer fahre?
Für jeden Kilometer über der vereinbarten Jahresleistung bezahlst du bei Rückgabe einen Aufpreis, oft zwischen 10 und 20 Rappen pro Kilometer. Bei 5000 Mehrkilometern können das leicht 500 bis 1000 Franken sein. Vereinbare deshalb von Anfang an eine realistisch hohe Kilometergrenze.